Weit unten in Somalia droht eine neue Hungersnot

Klimaerwärmung in Afrika mit katastrophalen Folgen, Notaufruf der UNO

Somalia ist mit einer weiteren schweren Dürre konfrontiert, wie der Vertreter der UNO für die Koordinierung humanitären Hilfe in Somalia am 20. Mai 2019 in Mogadischu informierte. (1) Schon in der Hungersnot des Jahres 2011 in Ostafrika sind nach Angaben der UNO allein in Somalia 260’000 Menschen umgekommen.

Heute sind in Somalia 4,5 Millionen Menschen von der Trockenheit betroffen. Sie sind auf Hilfe angewiesen. Die UNO hat deshalb aufgerufen Somalia zu helfen, um eine Katstrophe abzuwenden. Die Organisation der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten benötigt 710 Millionen Dollar, um auf die Krise in Somalia zu reagieren.

Somalia heimgesucht vom Krieg, von der Dürre, vom Hunger

Aus dem Bericht der UN-Organisation für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten: Die saisonalen Regenfälle in Somalia vom April bis Juni in diesem Jahr waren sehr schwach. Das ist gravierend, da sich das Land von den Auswirkungen der Dürre von 2016 – 2017 noch nicht erholt hat. Bis auf die Regenperiode von April – Juni 2018 waren alle Regenzeiten seit Ende 2015 von unterdurchschnittlicher Intensität. Die fehlenden Regenfälle in diesem Jahr haben zu weit verbreiteten Ernteausfällen geführt und viele Tiere der Bauern und Nomaden sind gestorben. Es wird damit gerechnet, dass bis Juli dieses Jahres durch die Trockenheit 2,2 Millionen Menschen in Somalia in Not geraten werden, falls ihnen nicht Hilfe zu Teil wird. Das wären dann 40 Prozent mehr als anfangs dieses Jahres. Unterernährung, und durch Wassermangel verursachte Krankheiten haben am Horn von Afrika zugenommen. Menschen in ländlichen Gebieten flüchten in die Flüchtlingslager rund um die somalischen Städte. Immer wieder regiert der Hunger Somalia, neben dem Krieg, der seit 28 Jahren im Gange ist. Wie schon oben erwähnt sind in der Hungersnot des Jahres 2011 in Ostafrika nach Angaben der UNO allein in Somalia 260’000 Menschen umgekommen.

Aufbauarbeit von Swisso Kalmo in Somalia gefährdet

Die Schweizer Organisation Swisso Kalmo ist seit Jahrzehnten ununterbrochen in Somalia tätig trotz aller Widrigkeiten. (2) (Infos über Swisso Kalmo: www.swisso-kalmo.ch

An der Generalversammlung von Swisso Kalmo vom 27. April 2019 wurden die Teilnehmer informiert, dass die UNO seit über einem Jahr keine Zahlungen mehr an Swisso Kalmo getätigt hat. Deshalb sah sich der Leiter von Swisso Kalmo in Somalia, Dr. med. Abdi Hersi gezwungen, die verschiedenen medizinischen Projekte im Süden Somalias massiv abzubauen. Im Moment funktioniert die Hebammenschule In Dhusamareb, finanziell unterstützt durch die Stiftung der Julius Bär Bank und das Ambulatorium, das 1990 von Magda und Scecdon Nur eröffnet wurde und seither stets von Schweizer Spenderinnen und Spendern finanziert wurde.

Leider sind auch die privaten Spenden aus der Schweiz letztes Jahr stark zurückgegangen, so dass die Finanzierung des Ambulatoriums in Merka nur noch für wenige Monate gesichert ist. Dr. med. Abdi Hersi hat Massnahmen (eine öffentlich-private Partnerschaft) eingeleitet, damit sich das Ambulatorium künftig selbst finanzieren kann. Bis diese Umwandlung umgesetzt ist dauert es insgesamt ca. zwei Jahre. Damit die Bevölkerung in Merka, besonders die Mütter mit ihren Kindern, das Ambulatorium während dieser Zeit weiterhin aufsuchen können und Swisso Kalmo den Angestellten weiterhin einen Lohn auszahlen können, wären ausserordentliche Spenden willkommen.

Fussnoten

Bilder: Swisso Kalmo

(1) UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs.  

https://reliefweb.int/report/somalia/somalia-710-million-needed-scale-drought-response-and-avert-major-crisis

(2) Infos über Swisso Kalmo: www.swisso-kalmo.ch

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