Weltweite Kampagne zum Verbot der Atomwaffen

Die meisten Menschen der Welt wollen Atomwaffen verboten haben. Nicht so einige Nationen. Eine weltweit angelegte Kampagne setzt sich für ein Verbot ein. Auf der Ebene der Vereinten Nationen finden entsprechende Verhandlungen statt. Ein Problem dabei ist die Abwesenheit einiger westlicher Staaten. Am 15. Juni beginnt die 2. Verhandlungsrunde zu einem Atomwaffenverbot. Am Samstag, dem 17. Juni findet in New York außerdem der „Women´s March to Rally and Ban the Bomb“ statt.

Church & Peace und viele kirchliche und andere Organisationen rufen ihre Mitglieder auf, an die Medien in ihren Regionen und Ländern Briefe zu schicken mit der Aufforderung, dass ihr Land an den Verhandlungen teilzunehmen und sich für das Verbot der Atomwaffen einzusetzen. Zweck dieser Briefaktion ist die Bekanntmachung und Bewusstseinsförderung der nuklearen Bedrohung und der Kampagne zur Abschaffung der Atomwaffen.

ICAN ist die internationale Vernetzung der Akteure in dieser Kampagne. Wichtige Infos gibt es auf der ICAN-Deutschland Website und auf der englisch-sprachigen ICAN website.

Hier die Vorlage für einen Leserbrief. Es ist wichtig, möglichst viele Leserbriefe an Tageszeitungen und Zeitschriften zu schicken während die Verhandlungen im Gang sind, d.h. vor dem 7. Juli 2017.

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Unsere Zeit ist zutiefst gezeichnet von Gewalt – zermürbende Kriege im Nahen Osten, Terroranschläge in Europa und atomares Säbelrasseln in Nordostasien. Wir kommen nicht umhin, uns selber zu erkennen in den Leidenden mit ihren unerfüllten Hoffnungen nach Frieden.

So sind wir dankbar, dass die Schweiz teilnimmt an den historischen Verhandlungen der Vereinten Nationen vom 15. Juni bis 7. Juli zu einem Verbot der Atomwaffen, welche endgültige Instrument unbegrenzter Gewalt sind. Was jahrelange Kämpfe in Aleppo angerichtet haben tut eine Atombombe in einem Augenblick.

Wir sind erfreut, dass unsere Regierung mit mehr als 130 Regierungen dieses erstmalige Abkommen verhandelt. Es ist gut, dabei auch europäische Nachbarn zu sehen: Österreich, Liechtenstein, Schweden und Irland, mit grossen Teilen von Lateinamerika, Afrika, Asien und den Pazifischen Inseln.

Gleichzeitig ist die “Körpersprache” der der Grossmächte eindrücklich, welche im Rahmen der  Vereinten Nationen grösste Verantwortung tragen für Frieden und Sicherheit: Alle fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates boykottieren die Gespräche zum Verbot der Atomwaffen! Sie alle halten nach wie vor an der Logik des Kalten Krieges fest, welche eine unantastbare Verpflichtung zu gegenseitig gesicherter atomarer Zerstörung und einem atomaren Gleichgewicht des Terrors verlangt.

Andere Nachbarn – Deutschland, Italien, Polen, Ungarn und weitere NATO Mitglieder –  bleiben den Gesprächen auch fern. Einige der 15’000 Atomwaffen in der Welt sind nach wie vor in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Italien stationiert, sodass europäische Piloten sie unter NATO-Befehl abwerfen können.

Wir rufen unsere Regierung dringend auf, den gegenwärtigen Entwurf zu stärken. Das Abkommen muss das ganze Spektrum humanitärer und ökologischer Konsequenzen von Atomwaffen abdecken. Es muss die Voraussetzungen zu der vollständigen Abschaffung dieser Waffen beinhalten sowie lebensrettende Massnahmen für Opfer und die betroffene Bevölkerung verlangen.

Alle Länder haben ein Interesse, Waffen zu verbieten welche alles Leben bedrohen mitsamt allem, was im Leben kostbar ist. Unser 21. Jahrhundert braucht eine Zusammenarbeit und Partnerschaft auf globaler Ebene um Klimawandel, Massenmigration und nachhaltige Entwicklung gemeinsam anzugehen. Doch stattdessen werden Milliarden verschleudert in nuklearen Arsenalen welche Angst schüren und den wirklichen Fortschritt blockieren.

Indem sie internationale Gesetzgebung erarbeitet, macht eine solide Mehrheit der Mitglieder der Vereinten Nationen wesentliche Schritte zu einer atomwaffenfreien Zukunft. Die Teilnahme der Schweiz ist eine Stimme für diese Zukunft.

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In Partnerschaft mit Pax Christi International und dem Ökumenischen Rat der Kirchen

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