Weh dem, der in Guantánamo schweigt und keine „Geständnisse“ liefert

Mohamedou Ould Slahi wurde als Top-Terrorist eingestuft. Er sitzt seit 12 Jahren ohne Prozess in Guantánamo fest. Sein jetzt erschienenes Tagebuch gibt erschütternd Aufschluss über die Folterpraktiken der USA. Lange hielt er die Folterungen der Geheimdienste durch und betonte hartnäckig, mit keiner Verschwörung gegen die USA zu tun zu haben. Doch dann wurde er einem speziellen Verhörplan des Militärs unterzogen mit unerträglichen, furchtbaren Folterpraktiken. Einige Wochen ertrug er das, dann gab er auf und sagte seinen Peinigern, was sie hören wollten. Er lieferte ihnen Informationen über vermeintliche Hintermänner der Anschläge – alles Falschaussagen, die nur den einen Zweck hatten: dass sie ihn endlich in Ruhe liessen. Bis heute konnten ihm die Amerikaner keine Beteiligung an Terrorakten nachweisen. Trotzdem sitzt er nach wie vor in Guantánamo fest.

Mohamedou Ould Slahi: Das Guantánamo-Tagebuch. Herausgegeben von Larry Siems. Aus dem Amerikanischen von Susanne Held. Tropen-Verlag, Köln 2015. 459 Seiten, CHF 27.90.

Siehe auch die Buchbesprechung: “Guantanamo-Tagebuch” des US-Folterhäftlings Mohamedou Ould Slahi Perioden des “Anti-Terror-Kriegs”, von Hans Georg http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=21228

Wolfgang Nešković [Hrsg.]: Der CIA-Folterreport. Der offizielle Bericht des US-Senats zum Internierungs- und Verhörprogramm der CIA; Westend Verlag 2015

Folter nicht nur um die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen…

Folter dient nicht immer nur dazu, um die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen. Manchmal wird Folter auch eingesetzt, um eine vorfabrizierte Geschichte zu rechtfertigen und mit Aussagen von Verhafteten zu untermauern. Dies könnte auch nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 der Fall gewesen sein: In Guantánamo wurden Inhaftierte solange “behandelt”, bis sie zugaben bei den Vorbereitungen der Terrorattacken von 9/11 beteiligt gewesen zu sein, wie zum Beispiel Khalid Sheikh Mohammed. Er bekannte sich nach 183 Mal “Waterboarding“ Behandlungen, dem simulierten Ertrinken, von “A bis Z“ zu den Terrorattacken auf das World Trade Center und auf das Pentagon. http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=20353&css=print 

Nach den Terrorattacken am 11. September 2001 war sofort alles klar…

Von Anfang an war für die US-Regierung nach den Terrorattacken am 11. September 2001 alles klar, ohne Untersuchung: 19 Terroristen hatten vier Flugzeuge entführt. Zwei Flugzeuge steuerten diese Luftpiraten in das World Trade Center in New York, einen Apparat ins Pentagon in Washington und ein entführtes Flugzeug stürzte auf einem Acker in Shanksville ab. Im Bostoner Logan Airport wurde eine Reisetasche gefunden: das nicht rechtzeitig umgeladene Gepäck Mohamed Atta mit seinem Testament. (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-20240157.html) Im Gepäck wurde auch eine Anleitung für Entführer (Kopien wurden auch im Auto eines Mitattentäters und in Shanksville, am Absturzort der vierten entführten Maschine, gefunden) Lehrvideos, wie man einen Boeing 747 und 757 fliegt, Prüfungsergebnisse der Technischen Universität Hamburg-Harburg, usw. Die Pässe von Saeed Alghamdi und Ziad Jarrah wurden im Loch welches Flug 93 geschluckt hat entdeckt.

In den Trümmern des World Trade Center fand man einen Pass des Attentäter Satam al-Suqami. Ausserdem wurden einige Telefongespräche aus den einführten Flugzeugen aufzeichnet, aus denen hervorging, dass die Luftpiraten mit Teppichmessern bewaffnet waren. – Zu erwähnen ist: Damals waren Telefongespräche mit Handys aus Flugzeugen die auf 10‘000 Meter Höhe flogen noch gar nicht möglich. Erst heute sind bei gewissen Fluggesellschaften solche Telefongespräche via Satelliten möglich. – Peter Hanson soll zum Beispiel vom Flug United 175, seinem Vater um 8:52, als das Flugzeug unter die Kontrolle der Luftpiraten kam, wie im 9/11 commission Report der US-Regierung nachzulesen ist.http://www.9-11commission.gov/report/911Report.pdf

9/11 Commission Report beruht auf Aussagen von Gefolterten

Paul Schreyer schrieb bei Telepolis: Zugleich beruht aber eben bis heute der gesamte Kern des offiziellen 9/11 Commission Report – nämlich die Kapitel 5 und 7 zur angeblichen Planung der Anschläge – auf den Aussagen gefolterter Al Qaida-Kämpfer. Die Zweifel an der amtlichen Darstellung auch weiterhin als Verschwörungstheorie abzuwerten, ist in jedem Fall nicht länger stichhaltig.http://www.heise.de/tp/artikel/43/43588/1.html)

Eine Untersuchung der 9/11 Terroranschläge fand zuerst überhaupt nicht statt, es hiess man wolle jetzt keine Zeit verlieren im Krieg gegen den Terror. Erst 14 Monaten an den Terrorattacken wurde auf Druck von Angehörigen der Opfer von 9/11 von der US-Regierung in Angriff genommen. Vier Frauen, die ihre Ehemänner am 11. September verloren hatten, Kristen Breitweiser, Patty Casazza, Lorie Van Auken und Mindy Kleinberg zwangen die US-Regierung eine Untersuchung einzuleiten.

„Wem dem, der die 9/11 Verschwörungstheorie der US-Regierung in Frage stellt“

Für die Inhaftierten in Guantánamo galt, wie Angela Schader in der Neuen Zürcher Zeitung am 29. Januar 2015 in ihrer Besprechung des Guantánamo-Tagebuch von Mohamedou Ould Slahi schrieb: „Weh dem, der schweigt“. Für Journalisten die die 9/11 Verschwörungstheorie in Frage stellen gilt heute: „Wem dem, der die 9/11 Verschwörungstheorie der US-Regierung in Frage stellt“.

Weitere Informationen:

The Role of 9/11 in Justifying Torture and War: The Criminalization of the US State Apparatus. Senate Report on CIA Torture is a Whitewash

By Prof Michel Chossudovsky, Global Research, December 11, 2014

http://www.globalresearch.ca/the-role-of-911-in-justifying-torture-and-war-the-criminalization-of-the-us-state-apparatus-senate-report-on-cia-torture-is-a-whitewash/5419222 

Waging A Phony War on Terror. “Terrorists R US” Defines U.S. Foreign Policy

By Stephen Lendman, Global Research, January 12, 2015

http://www.globalresearch.ca/waging-a-phony-war-on-terror-terrorists-r-us-defines-u-s-foreign-policy/5424112

Publikationen weisen auf zahlreiche Ungereimtheiten im offiziellen „9/11 Kommission Report“ der US-Regierung hin. Deshalb verlangen Piloten, (http://pilotsfor911truth.org/), Architekten und Ingenieure: (http://www.ae911truth.org/) eine neue Untersuchung über 9/11.

Westend Verlag Frankfurt a/Main, 2011: Mathias Bröckers und Christian C. Walther 11.9. Zehn Jahre danach. Der Einsturz eines Lügengebäudes. Bröckers war Redakteur der taz, Kolumnist der ZEIT. Bröckers hat kürzlich auch ein lesenswertes Buch zum Kennedy Mord herausgegeben.

We are Change , Warum sich immer noch mit 9/11 beschäftigen?

http://www.wearechange.ch/themen/hintergrundmaechte/4210-warum-sich-immer-noch-mit-9-11-besch%C3%A4ftigen

Paul Schreyer, Journalist: http://www.911-facts.info/deutsch.html

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