Waffenhandel, das globale Geschäft mit dem Tod von Andrew Feinstein

Ehrenstatuen für Margaret Thatcher und Tony Blair, auch in Genf vor der UNO

Dass ausgerechnet die Labour Party, die Arbeiterpartei, eine Statue für Margaret Thatcher in ihrer Geburtsstadt aufstellen will finde ich absolut nicht verkehrt. Neben ihr könnte man auch gerade noch ein Standbild von Tony Blair aufstellen. Beide haben so viel „Gutes“ getan für die britische Wirtschaft, namentlich für die Rüstungsindustrie. Sogar der Sohn von Thatcher war sehr aktiv im Waffen-Business, wie der Sohn von Mitterrand in Frankreich bekanntlich auch.

Andrew Feinstein schildert die Aktivitäten von Margret Thatcher, Tony Blair und ihren Helfern und Helfershelfern in seinem 840 seitigen Buch „Waffenhandel, das globale Geschäft mit dem Tod“, Hoffmann und Campe 2012. Feinstein war Abgeordneter der südafrikanischen ANC-Partei. In einem Parlaments-Ausschuss wollte er Waffengeschäfte mit Grossbritannien untersuchen. “Politiker treten ja für die Rüstungskonzerne oft als Top-Verkäufer auf. Tony Blair etwa hat damals Südafrika überredet, britische Kampfjets zu kaufen, die unsere Luftwaffe gar nicht haben wollte. Blair machte erfolgreich Druck – und am Ende waren 115 Millionen Pfund an Schmiergeldern geflossen”, so Feinstein. Während Südafrika für 11 Milliarden US Dollar Kriegsmaterial aus Grossbritannien, den USA, Deutschland, Schweden und auch aus der Schweiz usw. kaufte, fehlte Geld um Medikamente für die sechs Millionen HIV-Infizierten und um Aidskranken zu behandeln. Mehr als 355‘000 Südafrikaner starben in Südafrika weil sie den lebensrettenden Medikamente nicht erhielten, so Feinstein.

Geheime Schmiergeldzahlungen für internationale Waffendeals wurden auch über helvetische Banken-Etablissements, namentlich in Genf abgewickelt: Unter anderem von der britischen Waffenschmiede British Aerospace und der schwedischen Firma Saab, die uns jetzt den Gripen andrehen will. Deshalb könnte man in Genf auch gerade noch Statuen von Margaret Thatcher und Tony Blair vor den UNO Gebäuden aufstellen, dort wo der riesige Stuhl steht, als Gedenken an die Minenopfer, Opfer der Minen die auch von der britischen Rüstungsindustrie aber auch durch die subventionierten helvetischen Rüstungsbetriebe, der RUAG, geliefert wurden, mit dem Segen der Bundesrätinnen und Bundesräte.

 

 

                                               

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