Vor zwanzig Jahren in Finnland: 40’000 Kriegsinvalide brauchen Deine Unterstützung

“40’000 Kriegsinvalide brauchen Deine Unterstützung” konnte man in Finnland auf Eisenbahnwagen lesen, schrieb ich 1992. Und weiter vermerkte ich in diesem Leserbrief:

“Neben Reklame für Kaffee, für Schiffsreisen und Warnungen gegen Aids usw., wird in Finnland auf Eisenbahnwagen auch vom “Kriegsinvaliden Bruderschaftsverband” für die Unterstützung der Opfer des Krieges geworben.

50 Jahre nach dem Winterkrieg und dem Fortsetzungskrieg, mörderische Konflikte die zwischen 1939 und 1944 stattgefunden haben, wird in Finnland Geld gesammelt für die noch lebenden 40’000 Kriegsinvaliden des Landes. Zur gleichen Zeit, in der eine private Hilfsorganisation für die Kriegsinvaliden betteln muss, kauft der finnische Staat für Milliarden neue Kampfflugzeuge. Dies, obwohl die Mehrheit der Finnen und Finninnen gegen diesen Kauf sind, trotz einer Arbeitslosigkeit von bald 15 %, trotz einem Heer von Arbeitslosen von 400’000 Menschen.

Vor zwanzig Jahren in Finnland: “40’000 Kriegsinvalide brauchen Deine Unterstützung”, kann man in Finnland auf Eisenbahnwagen lesen. 50 Jahre nach dem Krieg leben in Finnland immer doch Tausende von Opfern des Krieges, die intensiv betreut und gepflegt werden müssen, in Heimen und Spitälern.

Hoffentlich ist der Bürgerkrieg in Jugoslawien bald zu Ende. Die Nachkriegszeit kann dann beginnen: der Wiederaufbau der Länder Süd-Slawiens, die Rückkehr der Flüchtlinge, das Begraben des Hasses… Die Kriegsinvaliden werden unmöglich vergessen können. Wird man 50 Jahre später, im Jahre 2042, auch noch Geld sammeln müssen für die Opfer des Bürgerkrieges in Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina.

Die Schweiz sollte alles tun, damit in Zukunft nicht wieder Kriege Zehntausende oder Hunderttausende Menschen töten, verwunden, verkrüppeln, zu Flüchtlingen und zu Invaliden machen. Sofort müssten alle Kriegsmaterialexporte und Waffenschiebereien von der Schweiz aus verboten werden. Unser Land sollte in Zukunft nicht mehr mithelfen, Kriege zu schüren durch Waffengeschäfte – wie dies die Schweiz auch getan hat mit Waffenlieferungen nach Jugoslawien.”

Leider gehen die Kriegsmateriallieferungen der Schweiz heute, Ende 2013, nach den Krieg führenden Nato Staaten und an Folter Staaten weiter, obwohl die Kriegsmaterialverordnung dies klar verbieten würde.

Die Kriegsmaterialverordnung der Schweiz verbietet zum Beispiel seit 2008 klar und deutlich Kriegsmaterialexporte an Staaten die in einen „bewaffneten Konflikt erwickelt sind“ oder an Länder welche „die Menschenrechte systematisch und schwerwiegend verletzen“.

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