Vaterschaftsurlaub und der noch viel wichtigere Mutterschaftsurlaub

Werden die Väter in der Schweiz nun zwei Wochen Urlaub bekommen bei der Geburt eines Kindes? Es ist zu hoffen, dass der Nationalrat wie der Ständerat sich für diese zwei Wochen Vaterschaftsurlaub entscheidet. Die Initiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub, zum Nutzen der ganzen Familie», forderte sogar vier Wochen Urlaub für Väter. (1)

Printscreen: „Vaterschaftsurlaub im internationalen Vergleich, Statista“ (2)

Noch viel wichtiger als dieser Vaterschaftsurlaub wäre ein längerer Mutterschaftsurlaub. Die Berner Nationalrätin Sabina Geissbühler-Strupler aus Herrenschwanden stellte in einem Leserbrief im Tages Anzeiger vom 17. September 2019 fest: «Neuste Studien beweisen, dass die Eltern die besten Förderer ihrer Kleinkinder sind und dass die Familie der Schlüsselfaktor zum späteren Schulerfolg darstellt. Deshalb müssen Eltern ermutigt werden, ihren Kindern mit Zeit und Zuwendung einen guten Start ins Leben zu ermöglichen: «I can do it! Muss die Devise sein.»

Wird sich Frau Geissbühler-Strupler, Nationalrätin der Schweizerischen Volkspartei, der SVP auch für einen längeren Mutterschaftsurlaub einsetzen, den Kindern und den Müttern zu Liebe?

Diese «Zeit und Zuwendung» die Frau Geissbühler-Strupler für die kleinen Kinder fordert würde vor allem mit einem längeren Mutterschaftsurlaub ermöglicht. In Finnland beträgt der Mutterschaftsurlaub 10 Monate. In Finnland kann der Mutterschafurlaub sogar auf drei Jahre verlängert werden, mit verminderten Leistungen, wie mich eine Finnin informierte. In der Schweiz, in einem der reichsten Länder der Welt, beträgt der Mutterschaftsurlaub nur 14 Wochen. In Norwegen dauert der Mutterschaftsurlaub ein Jahr mit 80 Prozent des Gehalts und 10,5 Monate mit vollem Gehalt. Der Vater erhält 15 Wochen Urlaub. (3)

Viele Mütter in der Schweiz die in prekären Verhältnissen leben sind gezwungen nach dem Mutterschaftsurlaub von 14 Wochen wieder zu arbeiten, weil sie vielleicht keinen Mann haben, der Mann krank ist, ihr Ehemann wenig verdient oder ausgesteuert ist.

In der Schweiz waren im Jahr 2017 8,2% der ständigen Wohnbevölkerung in Privathaushalten von Einkommensarmut betroffen. Dies entspricht rund 675‘000 Personen. Gerade diese Bevölkerungsgruppe wäre darauf angewiesen, dass der Mutterschaftsurlaub von heute nur 14 Wochen verlängert wird, warum nicht so lange wie in Finnland und Norwegen? Sparen ist ja gut, aber nicht auf dem Buckel der kleinen Kinder und Mütter, nicht beim Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub.

Fussnoten

(1) (https://www.vaterschaftsurlaub.ch/news)

(2) https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/vaterschaftsurlaub-im-weltweiten-vergleich/ar-AAH8F5Z

(3) (https://de.wikipedia.org/wiki/Mutterschaftsurlaub)

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