Solidarisch in der Gewaltfreiheit

Unter diesem Thema fand am vergangenen Sonntag, 4. März die Jahresversammlung von IFOR-MIR Schweiz statt. Zwei Dinge, die der Welt zwar nicht fremd sind und auch nicht völlig fehlen, doch die sich als Prinzipien (noch) nicht durchgesetzt haben. Solange Nationen ihre eignen Interessen, bzw. diejenigen ihrer politischen und wirtschaftllichen Eliten auf Kosten von ganzen Bevölkerungen und einer nachhaltigen Entwicklung durchsetzen, haben sowohl die Solidaritat wie die Gewaltfreiheit das Nachsehen.

Die Protestbewegungen der vergangenen 15 Monate zeigen, dass sich etwas bewegt, was der Logik des Wirtschaftswachstums und der sogenannten Staatsräson nicht nur abgeht, sondern sie aufs äußerste herausfordert. So gibt es grob gesehen zwei Arten, darauf zu reagieren: herunterspielen und als verantwortungslos und nicht ernst zu nehmen darstellen, oder gewaltsam unterdrücken. Zu allen Zeiten haben sich Machthaber vor gewaltfreien Aufständen gefürchtet.
Natürlich sind nicht alle Aufständischen gewaltfrei. Das zu erwarten oder vorauszusetzen um den Aufstand ernst zu nehmen ist Unsinn. Gewalt gehört leider zu jeder tiefgreifenden Umwälzung, was sie natürlich nicht gerechtfertigt. Je mehr Menschen aber sich der gewaltfreien Solidarität, bzw. der solidarischen Gewaltfreiheit verpflichtet wissen, desto eher werden die gewaltsamen und das Unrecht fördernden Apparate ihre absolute Macht verlieren. Man vergesse nicht, dass die grossen Umwälzungen des ausgehenden 20. Jahrhunderts von mehrheitlich gewaltfreien Bewegungen eingeleitet und durchgesetzt wurden. Das kann kein noch so perfides System und keine noch so schlagkräftige Armee verhindern. Die Weisheit aus dem Altertum, wonach Gerechtigkeit und Menschlichkeit schlussendlich über Gewalt und Unrecht siegen können wir heute mehr den je mit eigenen Augen mitverfolgen. Die Frage ist, ob wir unsere Augen dafür eingestellt und trainiert haben. Für die Medien gilt weitgehend: kein Blut, keine News. Obwohl ganze zwei oder drei Generationen so konditioniert zu sein scheinen, ist doch nicht zu übersehen, dass immer mehr Menschen bereit sind, sich dem Unrecht zu verweigern, und zwar unter hohem persönlichen Risiko.
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