Presseerklärung Church & Peace Mai 2013

Church and Peace Internationale Tagung in Selbitz 31.5. – 2.6.2013

„Suchet der Stadt Bestes – der prophetische Auftrag der Kirche“

Friedenserziehung und die Entwicklung einer glaubwürdigen Alternative zum UN-Konzept der militärischen Intervention aus einer Schutzverantwortung heraus müssen zentrale Themen für die im Herbst stattfindende Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Busan, Süd- korea sein. Dies forderte die Internationale Konferenz von Church and Peace, dem europäischen Netzwerk christlicher Gemeinschaften, Kirchen und Friedensorganisationen, die vom 31.5. bis 2.6. bei der Communität Christusbruder Selbitz stattfand, einem langjährigen Mitglied des Netzwerks. Unter dem Tagungstitel „Suchet der Stadt Bestes – der prophetische Auftrag der Kirche“ kritisier- ten die Teilnehmenden aus 11 Ländern die unzulänglichen Bemühungen der Staaten, Alternativen zu militärischer Gewalt zu entwickeln und in konkrete Politik umzusetzen. Bei Konflikten und Bürgerkriegen wie zurzeit in Mali oder Syrien, werde die militärische Intervention in der Öffent- lichkeit oft als einzig wirksame Handlungsalternative zum ‘Nichtstun’ diskutiert. Dagegen, so die Konferenzteilnehmer, müssten vielmehr aktive Konfliktprävention und die Aufdeckung der hinter der Rüstungsproduktion und dem weltweiten Waffenhandel stehenden Interessen ins Zentrum des öffentlichen Diskurses rücken.

Wenn Kirchen und religiöse Gemeinschaften die Gewaltfreiheit Jesu als einzige Option aufneh- men, bedeutet dies eine bewusste Entscheidung gegen den Krieg. Dafür einzustehen, ist der pro- phetische Auftrag der Kirche Jesu.
„Wir werden nicht am Altar des militärisch-industriellen Komplexes beten, der so viele der Wirt- schaftssysteme dieser Welt antreibt“, so der britische Neutestamentler Lloyd Pietersen, der in sei- nem Beitrag der Frage nachging, wie sich der Apostel Paulus heute wohl zur Occupy-Bewegung verhalten würde.

Alen Kristić, Theologe und Religionswissenschaftler aus Bosnien, sieht im kritiklosem Zusam- menwirken von Staat und jeweiligen dominanten religiösen Gemeinschaften eine Ursache für die bis heute mangelnde Demokratie- und Friedensfähigkeit in seiner Region. Aus seiner Sicht sind es die vielen Einzelpersonen und Gruppen, die, unabhängig und häufig motiviert durch die Friedens- botschaft ihres Glaubens, nachhaltige Friedensarbeit leisten und damit zu Hoffnungsträgern wer- den.

Die Teilnehmenden der Tagung haben konkrete Erfahrungen aus ihrer praktischen Basisarbeit aus- getauscht und sich gegenseitig ermutigt. Besonders wichtig waren die Beiträge der Anwesenden aus Südosteuropa.

Die Vorträge sind demnächst nachzulesen auf der Homepage: www.church-and-peace.org

Church and Peace ist ein europäischer Zusammenschluss von christlichen Kommunitäten, Kirchen, Orga- nisationen und Gruppen, die der Überzeugung sind, dass die im Evangelium bezeugte Gewaltfreiheit zu den Wesensmerkmalen der Gemeinde Jesu Christi gehört und dass daher die Versöhnungsbotschaft des Evangeliums zum Dienst gewaltfreien Friedenstiftens führt. Deshalb verpflichten sich die Mitglieder in ihrem Leben und Dienst zu einem gewaltfreien Friedenszeugnis. Church and Peace ist u.a. assoziiertes Mitglied der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), Mitglied in der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und im ‘Network of Christian Peace Organisations’ (UK).

Pressekontakt:
Davorka Lovreković, Generalsekretärin, Internationales Büro

IFOR Schweiz ist Mitglied bei Church & Peace. Diese Mitgliedschaft beruht auf der Zusammenarbeit von IFOR mit den Historischen Friedenskirchen nach dem 2. Weltkrieg.

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