Mit Spielzeugwaffen und Killergames Kinder ideologisch auf Kriege vorbereiten?

Plastikpistolen mit Schaumstoffmunition erleben einen Boom. „Ultimative Feuergefechte“ können Kin­der damit erleben und „den Gegner ausschalten“, wirbt die Spielzeugbranche für Dartblaster der Marke Nerf. – Nerf Darf Tag Speedswarm für Kinder ab acht Jahren. Nerf N-Strike für Kinder schon ab sechs Jahren, also für Kindergärtner. – Ist es zweckmässig schon kleine Kinder mit Spielzeugwaffen und Killergames ideologisch auf die Schöne neue Welt des Mordens im Krieg vorzubereiten? Das Comeback der Spielzeugwaffen in Schweizer Warenhäusern zeigt ein wenig von welcher Mentalität die Manager von Manor, Franz Carl Weber, Migros und Coop beherrscht werden: Was den Umsatz und den Gewinn erhöht wird ver­kauft, egal was. Skrupel kennt man dabei so wenig wie unseren bundeseigenen, subventionierten Rüstungsbetriebe RUAG, die kriegführenden NATO Staaten und Diktaturen im Pulverfass des Nahen Osten Waffen und Munition liefern. – Mehr Gewinn, mehr Bonus. – Die Schweiz exportierte von 1975 – 2012 für fast 16 Milliarden Franken Kriegsmaterial, laut der offiziellen Statistik des Bundes. Zu einem grossen Teil gingen diese Ausfuhren an Krieg führende Nato-Staaten, in Spannungsgebiete, an men­schenrechtsverletzende Regimes und an arme Länder in der Dritten Welt in denen Menschen verhun­gern. Waffenexporte an Staaten die in einen „bewaffneten Konflikt verwickelt sind“ oder an Staaten welche „die Menschenrechte systematisch und schwerwiegend verletzen“, wären laut der Verordnung über das Kriegsmaterial verboten.

Vor sieben Jahren, 2006, suchten wir in Warenhäusern Spielzeugwaffen die wir bei der Einreichung der Petition „Für eine wirksame Waffenkontrolle“ im Bundes­haus verwenden wollten. Damals war das Angebot für Spielzeugwaffen bei Manor, Franz Carl Weber, Migros und Coop sehr klein. Die Spielzeugwaffen benötigten wir damals für eine Waffenvernichtungsaktion auf der Bundesterrasse in Bern. Am 26. September 2006 wurde dort ein roter Teppich ausgerollt. Mit einer Motorwalze zerstörten wir die auf dem Teppich ausgelegten Spiel­zeugwaffen und Killer-Games. Organisiert hatte diese Waffenvernichtungsaktion die Künstlergruppe „Interpixel“ von Eva-Maria Würth und Philippe Sablonier.

„Interpixel“ setzten in der Frage der Gewaltprävention auf den Dialog, auf die Kommunikation. Sie besuchten Schulen und diskutierten mit den Kindern über Gewalt. Ihre Aktion bezweckte eine Ent­waffnungsaktion mit dem Ziel, die Kinderzimmer zu befrieden. Kinder und Erwachsene wurden aufge­rufen, ihre Waffen abzugeben – egal ob Airguns, Computerspiele mit gewalttätigen Inhalten, Messer oder Giftpfeile, Steinschleudern, Panzer, Splitterbomben, Taser uns so weiter. (www.interpixel.com)

Das Vorbild für die Entwaffnungsaktion von „Interpixel“ war die Entwaffnung der französischen  Bour­baki Armee vor 135 Jahren im Jura bei ihrem Übertritt in die Schweiz. Im eisigen Winter des Waadt­länder und Neuenburger Juras retteten sich damals 87’000 Soldaten vor der Verfolgung und Vernich­tung durch die deutschen Armeen. In Luzern wurde diese Entwaffnungsaktion 1881 von Eduard Castres mit einer Gruppe hervorragender Künstler – darunter Ferdinand Hodler – in einem riesigen Panorama dargestellt. (www.bourbakipanorama.ch)

 

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