Knabenschiessen: Zürich erzieht seine Kinder für den Krieg

Vom 12. bis 14. September 2015 fand in Zürich wieder das Knabenschiessen im Albisgütli statt. 4271 Jugendliche, 13 – 17 jährige Mädchen und Knaben, nahmen an diesem Wettschiessen teil. Davon waren 1315 Mädchen. 850‘000 Menschen besuchten den Knabenschiessen Festanlass mit Riesenrad, halsbrecherischen Bahnen und Jahrmarktbuden.

(1) www.knabenschiessen.ch

 – Zürich pflegt mit seinem Knabenschiessen kriegerische Traditionen. Früh beginnt mit Schiesseisen umzugehen, wer eine gute Soldatin oder ein guter Krieger werden will…

Paramilitärischen Übungen der Knaben gab es in Zürich seit 1637. Die Burschen hatten damals an einem Schützenwettbewerb teilgenommen, der einen mehrwöchigen Drillkurs unter der Leitung eines Hauptmanns abschloss.

(2) Geschichte des Knabeschiessens

Hauptsponsor Zürcher Kantonalbank: Streumunition und Atombomben

Die Jugendlichen müssen am Knabenschiessen mit einem Sturmgewehr, wie es die Schweizer Armee verwendet, im Einzelfeuer fünf Schüsse auf Scheiben in einer Distanz von 300 Meter abgeben. Der beste Schütze oder die beste Schützin wird am Schluss zum Schützenkönig oder zur Schützenkönigin erkoren und erhält vom Hauptsponsor der Veranstaltung, von der Zürcher Kantonalbank, 5000 Schweizer Franken. – Diese staatliche Bank investiert auch in Unternehmen die an der Produktion von Streumunition und Atombomben beteiligt sind.

(3) http://www.gsoa.ch/medien/02359/gute-performance-der-zkb-dank-unethischen-investit/

Die 17-jährige Maria Grieser wurde Schützenkönigin

Maria Grieser war in diesem Jahr die beste Schützin, sie wurde Schützenkönigin. Die 17 jährige aus Meilen am Zürichsee ist im zweiten Lehrjahr als Malerin und ist auch in ihrer Freizeit kreativ tätig mit Basteln und Zeichnen. Ausserdem geht sie gerne Fischen. (Information der Leitung des Knabenschiessens)

Freuen über die Jungschützinnen und Jungschützen?

„Freuen wir uns darüber, dass auch dieses Jahr wieder ein paar Jungschützinnen und Jungschützen nach Punkten streben werden.“, erklärte Stadtrat Raphael Golta, der Vorsteher des Zürcher Sozialdepartementes, ein Sozialdemokrat. Doch können wir uns freuen? Ist dieses Wettschiessen für Kinder nicht ein alter Zopf der abgeschnitten gehört? Warum nicht statt der alljährlichen Ballerei ein Kinderfest mit Spiel- Sport und Tanz organisieren, statt ein Schiessen mit Feuerwaffen?

Vergessen wir nicht: Jährlich sterben mehr als 500’000 Menschen durch Kleinwaffen, jede Minute ein Mensch. Auch vier Bekannte von mir haben sich mit ihrer Armeewaffe erschossen.

Morde und Suizide mit Armeewaffen in der Schweiz

Schätzungsweise zwei Millionen Schusswaffen sollen in Schweizer Haushalten lagern. Damit kommen in der Schweiz rund 250 Waffen auf 1000 Einwohner. Nach Beendigung seines Militärdienstes kann der Schweizer Soldat sein automatisches Sturmgewehr oder seine Pistole nach Hause nehmen und für immer behalten.

Im Jahr 2013 Jährlich starben in der Schweiz 248 Menschen an Verletzungen von Schusswaffen, vor allem mit Armeewaffen. Davon waren 222 Schusswaffen-Suizide. Bei Familienmorden mit Schusswaffen, zu Hause im „trauten Heim“, werden vor allem Frauen getötet.

Armeewaffen und Munition gehören ins Zeughaus. Schusswaffen gehören vor allem nicht die Hände von Kindern. Die alljährlich stattfindenden Schützenfeste für Kinder, die Knaben- Buben und Mädchenschiessen in der Schweiz, wollen aber weder Politiker von links noch von rechts abschaffen.

Knabenschiessen passt zu den Kriegsmaterialexporten Zürichs

Ein richtiges Kinderfest mit Musik, Spiel und Tanz, ohne Schiesseisen, liegt offensichtlich nicht auf der Linie des Kanonen, Raketen und Granaten exportierenden Zürich. – Die hiesige Rüstungsindustrie, vor allem der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall, liefert laufend Kriegsmaterial an die ständig irgendwo kriegführenden Nato-Staaten und in das Pulverfass des Nahen Ostens. Zürcher Banken finanzieren Waffengeschäfte und investieren sogar in Unternehmen die an der Produktion von Minen, Cluster- und Atombomben beteiligt sind. – Zu hoffen ist, dass die Kinder Zürichs nicht dereinst auf dem Schlachtfeld krepieren werden, wie der Zürcher Reformator Huldrych Zwingli anno 1531 im Kampf gegen die Katholiken und die Kindersoldaten im Sudan, in Somalia und anderswo.

(1) http://www.knabenschiessen.ch/

(2) www.knabschiessen.ch/geschichte-des-Knabeschiessens.html

(3) http://www.gsoa.ch/medien/02359/gute-performance-der-zkb-dank-unethischen-investit/

 

 

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