IFOR im Kongo

Vom 8. bis zum 15. September trafen sich das Internationale Komitee und das Regionale Konsultativkomitee von IFOR in Pointe Noire, Republik Kongo. Parallel dazu fand ein Seminar zur Gewaltfreiheit mit 22 Jugendlichen des MIR Congo statt. Das Foyer de Charite de Liambou bot einen ausgezeichneten Rahmen, einige Kilometer ausserhalb der Stadt, ruhig und mit herzlicher Gastfreundschaft.

Die Woche war vom MIR Congo hervorragend organisiert worden. Eindrücklichstes Erlebnis ebst den Sitzungen war der Besuch auf dem Marktgelände, wo 2.3 Millionen Sklaven bis 1923 in Ketten aus hunderten von Kilometern her getrieben, dann da verkauft und anschliessend aufs Schiff nach Amerika gebracht wurden. Noch ist die Gedenkstätte erst provisorisch markiert. In einer stillen Gedenkminute dachten die Anwesenden aus aller Welt, gemeinsam mit Jugendlichen aus dem Kongo daran, was es für die betroffenen Menschen und ihre Familien bedeutet haben muss. Doch der Gedanke, dass diese Form von Sklaverei zwar abgeschafft ist, aber moderne Versklavung von Millionen von Menschen, ohne dass sie in Ketten zusammengetrieben und verschifft werden ist eine nicht weniger ungerechte Wirklichkeit.

Die Tagesordnung des Vorstandes von IFOR war reichlich beladen: Hundertjahrfeier Konstanz 2014 und das nächste Council anschliessend daran, Neuorientierung der Vision und Arbeit von IFOR samt Verfassungsänderung, programmatische Schwerpunkte wie UN-Vertretungen, Fellowship School, Projekt MIR Afrika, gaben Stoff für reiche und anregende Beratungen. Erfreulich war die Stimmung: Gelächter, Meditationen, Konfrontation von verschiedenen Gesichtspunkten, all das in einem konstruktiven Geist und geprägt von der Entschlossenheit zu einem Neuaufbruch.

Zu den wichtigsten Ergebnisse gehört wohl die Empfehlung, die regionale Vernetzung der IFOR-Bewegung zu stärken und die Mitgliedschaftsstruktur von IFOR zu vereinfachen, um so mehrere Mitglieder in einem Land zu haben, bzw. ein Mitglied, welches mehrere Länder einschliesst (wie z.B. Serpaj). Die Einsetzung eines kleinen Gremiums zur Erneuerung der Vision und des Auftrags, sowie die Ernennung der Vorbereitungsgruppe für Council 2014 waren weitere Eckpunkte.

Am Ende der Woche lag Aufbruchstimmung in der Luft – es fühlte sich an, als sei ein neuer Tag im Anbrechen. Mit herzlichem Dank an MIR Congo, seine Jugendlichen und Verantwortlichen verliessen die Mitglieder des Vorstandes den Congo in Richtung Sudan, Palästina, Kanada, Japan, USA, Deutschland, Österreich, Uruguay und die Schweiz.

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