Häusliche Gewalt, Filme, Medien, Killergames und Akzeptanz des Krieges

Fussfesseln für Stalker, aber kein Züchtigungsverbot für Eltern

Die Schweizer Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat jetzt den Vorschlag gemacht Stalker und prügelnde Partner in elektronische Fussfesseln zu legen. Unter Stalking versteht man, «das beabsichtigte und wiederholte Verfolgen und Belästigen eines Menschen, so dass dessen Sicherheit bedroht und er in seiner Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt wird.» Vielleicht werden mit Fussfessel gebändigte Stalker damit einige Frauen weniger belästigen und die häusliche Gewalt wird eingedämmt. Wie steht es mit dem Züchtigungsrecht der Eltern in der Schweiz? Im Artikel 11 der Schweizer Bundesverfassung wird vorgeschrieben, dass Kinder ein Anrecht auf besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit haben. … Trotzdem hat der Nationalrat in Bern im Mai 2017 eine entsprechende Motion von Nationalrätin Chantal Galladé (SP/ZH) mit dem Titel «Abschaffung des Züchtigungsrechts» abgelehnt. (1)

Kein Verbot von Killergames

Gar nicht die Rede in Bern ist davon die brutalen und oft auch rassistischen Killergames zu verbieten. Diese Games sind ein Tabu, denn sie sind ein riesiges Geschäft, so gut wie Zigaretten, Bier, Wein und Drinks, so gut wie Schweizer Kriegsmaterialexporte an Nato Staaten die immer wieder Kriege führen, so gut wie helvetische Investitionen in Konzerne die Atombomben, Streubomben und Antipersonenminen produzieren.

Filme, Medien, Games beeinflussen unsere Gefühle und unser Verhalten, sei es auf politischer Ebene, sei es auch im eigenen Haus. Die Beeinflussung, die Hirnwäsche, damit Gewalt und Krieg akzeptiert werden, erfolgt heute auch mit Killergames. Immer wieder können wir aber lesen, diese Games, so brutal, fremdenfeindlich und abartig sie auch sein mögen, hätten keinen Einfluss auf das politische und private Verhalten des Menschen. Dabei haben David Grossmann (2)  Rudolf Hänsel, Interpixel (3) und viele andere diesen schädlichen Einfluss längst dokumentiert,

Propaganda für die US-Armeen und US-Kriege mit Spielfilmen

Die US-Regierung hat, laut Akten des Pentagon und der CIA, hinter den Kulissen an über 800 grossen Filmen und mehr als 1000 TV-Titeln «mitgearbeitet», das heisst genaue Instruktionen gegeben was in diesen Filmen zu zeigen war und was nicht: Propaganda für die US-Armeen und US-Kriege, durch nichts getrübt. Ohne die Film- und Medienpropaganda wären all die vielen blutigen militärischen und geheimdienstlichen Operationen in den letzten Jahrzehnten von der US-Bevölkerung nicht akzeptiert worden. Diese Kriege der Vereinigten Staaten, ohne Kriegserklärung, hat der Journalist Armin Wertz in seinem Buch «Die Weltbeherrscher» dokumentiert.

Killergames oft in Zusammenarbeit mit Armeen produziert

Killergames werden wie Kriegsfilme oft in Zusammenarbeit mit Armeen produziert. Das Ziel: Die Akzeptanz für den Kriegsdienst soll so gefördert und die Rekrutierung erleichtert werden. Das Videospiel «Doom» (Schicksal, Verhängnis), verwendete das US-Marine Corps in abgewandelter Version mit dem Namen «Marine Doom», um seinen Rekruten das Töten beizubringen. Auch die Rüstungsindustrie ist bei der Games-Industrie mit ihren Geräten dabei. Die Softwareentwickler bei der virtuellen Darstellung der Games greifen gern auf reales Militärgerät zurück, in Deutschland auf den Panzer «Leopard 2A5», den «Eurofighter» usw. Auch der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern, der auch in Zürich-Oerlikon Kriegsgeräte produziert, ist mit seinen Fahrzeugen mit Rheinmetall-Logo dabei.

Jugendlichen Kriegsdienst schmackhaft machen

Vermutlich haben wir durch all die Kriege nicht viel gelernt, sonst könnte man heute nicht sogar auf den Handys mit dem App «First Strike» Atomkrieg spielen. Heute ist es auch «normal», wenn die Schweizer Gratiszeitung «20 Minuten» und der helvetische Gratis «Blick am Abend», und auch so genannte Qualitäts-Tageszeitungen laufend die neusten Killer Games vorstellen, den Jugendlichen Kriege so schmackhaft machen. Diese Games sind übrigens ein Milliardengeschäft…

Vor dem Ersten Weltkrieg wurden den Menschen durch Kultur, Politik und den Klerus die Feindbilder und der Glaube an gerechte Kriege in die Köpfe eingehämmert. – Mit einer anderen Ausrichtung der Erziehung, ohne die Trimmung auf Gehorsam, und durch eine andere Politik und Kultur wären die Soldaten vermutlich 1914 nicht hüben wie drüben mit ihren Feldpredigern in den Tod marschiert.

Literatur und Internetlinks:

Rudolf Hänsel: «Game over! », Wie Killerspiele unsere Kinder manipulieren, Kai Homilius Verlag, Berlin 2011

Dave A. Grossmann und Gloria DeGaetano: Stop your Kids to Kill, erschien 2002 auch auf Deutsch und siehe auf Internet: http://www.killology.com

«Omega Buster, Kriegsgebiet Kinderzimmer, eine Intervention zu Gewalt, Gesellschaft und Entwaffnung» Interpixel (Eva-Maria Würth und Philippe Sablonier), Edition fink, Zürich 2009, https://interpixel.com/

Armin Wertz «Die Weltbeherrscher, Militärische und geheimdienstliche Operationen der USA», Westend 2015

(1) https://www.humanri ghts.ch/de/menschenrechte-schweiz/inneres/gruppen/kinder/zuechtigungsverbot-schweiz

(2) http://www.killology.com

(3) https://interpixel.com/

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