Gülen: „Terror des IS läuft Koran und Prophetentradition zuwider“

Der angesehene Islamgelehrte Fethullah Gülen verurteilt die Gräueltaten des IS in aller Deutlichkeit. Ihre Verbrechen liefen diametral der Aufgabe der Religion zuwider, Frieden und Verständigung zwischen den Menschen zu schaffen.

Von DTJ-ONLINE | 25.08.2014 15:07

Der türkische Islamgelehrte Fethullah Gülen hat die terroristische Organisation „Islamischer Staat“ (IS) und ihre unter dem Deckmantel der Religion durchgeführten „barbarischen Gräueltaten“ in einer Erklärung scharf verurteilt. Gülen spricht den Terroristen darin jedwede religiöse und rechtliche Legitimation ab, den Islam zur Rechtfertigung ihrer Verbrechen zu missbrauchen und spricht den Opfern des Terrors seine tiefste Anteilnahme aus. Wörtlich äußerte sich Gülen wie folgt:

„Ich missbillige zutiefst die brutalen Gräueltaten der Terrorgruppe IS, die sich hinter einer falschen religiösen Rhetorik versteckt, und schließe mich den Aufrufen aus aller Welt an, die gemeinsam diese Übeltäter dazu auffordern, umgehend ihre grausamen und inhumanen Akte zu stoppen. Sie müssen sich vor der Justiz für ihre Taten verantworten.

Jede Form der Attacke, Unterdrückung oder Verfolgung gegenüber Minderheiten und unschuldigen Zivilisten ist ein Akt, der den Prinzipien des Korans und der Tradition des Propheten – mögen ihm Friede und Segen zuteilwerden – zuwiderläuft. Entweder haben Mitglieder der ISIS keinerlei Ahnung vom Geist des Islam und seinem gesegneten Propheten, oder ihre Handlungen sind lediglich dazu da, ihren individuellen Interessen oder jenen ihrer politischen Hintermänner zu folgen. Was auch immer davon der Fall sein mag: Ihre Handlungen sind die einer terroristischen Gruppe, sollten auch deutlich als solche bezeichnet werden und gesühnt werden.

Das Ziel der Religion ist es, Frieden auf der Grundlage universeller Menschenrechte, der Rechtsstaatlichkeit und hoher menschlicher Werte in der Welt zu schaffen. Jedwede Interpretation, die in die gegenläufige Richtung zielt, darunter auch der Missbrauch der Religion zum Zwecke des Anfachens von Konflikten, ist entweder falsch oder betrügerisch. In islamischem Denken auf der Basis der Kernprinzipien muss jedes Mittel zu einem legitimen Ziel auch selbst legitim sein. Anders zu denken oder zu handeln ist lediglich Machiavellismus.

Ich möchte meine vom tiefsten Herzensgrunde kommende Anteilnahme gegenüber den Familien und Freunden der im Irak und in Syrien Getöteten aussprechen, und gegenüber der Familie und den Freunden des ermordeten Journalisten James Foley. Möge Gott ihnen Geduld und Kraft geben, und möge er ihr Leid lindern. Ich bete für die unverzügliche Freilassung der anderen Geiseln und bitte Gott, den Erbarmensvollen, uns alle in eine Welt des wechselseitigen Respekts und Friedens zu führen. Ich lade jedermann ein, sich diesem Gebet anzuschließen.“

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