Fussball WM 2014 in Brasilien, Leute mit „Nur Fussball im Kopf“ lassen sich leichter regieren

Die Sieger der Fussballweltmeisterschaft in Brasilien wurden in Berlin durch hunderttausende Fans hysterisch empfangen.

Da könnte man die unpassende Frage stellen: Welcher Welt segeln wir entgegen? Eine Welt in der die Massen durch Fussball von wichtigen Dingen abgelenkt werden, von den Problemen dieser Welt, von den über 50 Millionen Menschen die auf dieser Erde zu Flüchtlingen geworden sind? – Flüchtlinge die gelinde gesagt nicht so begeistert empfangen werden wie die Fussballer in Berlin. Flüchtlinge schafft man lieber wieder aus. – Sollen wir die Kriege im Nahen Osten, in Afrika, in der Ukraine und anderswo auch durch Fussball vergessen? Sollen wir durch Fussball davon abgelenkt werden, dass diese Kriege auch durch Waffenexporte vor allem aus den USA, Russland und Deutschland angeheizt werden? Oder werden wir gerade durch die Weltmeisterschaft daran erinnert, dass viele Menschen in Brasilien in Armut leben, und auch in Russland, wo 2018 die nächste Fussball WM stattfinden soll. Brasilien hat sich die WM 2014 mehr als 11,5 US Milliarden Dollar kosten lassen, trotzdem 21,4 Prozent der Brasilianer unter der Armutsgrenze leben, und laut offiziellen brasilianischen Angaben 2011  4,2 Prozent in extremer Armut. Die russische Regierung verspricht, dass man für die Fussball WM 2018 mit knapp 22 Milliarden US Dollar über die Runden kommen werde…

„Schöne Neue Welt“ durch den Zuschauersport Fussball?

Wurde mit der Fussballweltmeisterschaft in Brasilien schon die „Schöne Neue Welt“ eingeläutet, die der Schriftsteller Aldous Huxley in seinem 1932 erschienen Roman „Brave New World“ beschrieben hat? Eine „Schöne Neue Welt“ in der alle Menschen auf eine festgelegte Rolle in der Gesellschaft genormt sind? Huxley befürchtete die Menschen würden durch permanente Beschäftigung mit Sex, Konsum und der Droge Soma zufriedengestellt, damit das Bedürfnis zum kritischen Denken und zum Hinterfragen der Weltordnung verlieren. Damit würde die Regierungstätigkeit und das Business stark erleichtert: Streiks, Unruhen, Revolutionen würden damit der Vergangenheit angehören. Tatsächlich wurden wir von Antikriegsdemos während der Fussball Weltmeisterschaft in Brasilien weitgehend verschont. Zu diesem Huxley-Zukunftsszenario passt: Der Absatz von Ritalin-Präparaten um Kinder und Jugendliche ruhig zu stellen hat in vielen Ländern sehr stark zugenommen, hat sich in einem Jahrzehnt vervielfacht.

Oder nähern wir uns Zuständen wie sie George Orwell in seinen utopischen Romanen beschrieben hat: Der Mensch rund um die Uhr überwacht? Werden bald schon die Gedanken vom grossen Bruder heimlich in unserem Kopf gelesen und nicht nur Briefe geöffnet und Telefone abgehört? Werden wir durch endlose Kriege und Terroranschläge ständig in Angst gehalten? – Macht sich jemand vielleicht schon verdächtig, wer nicht den Fernseher einschaltet und Fussballspiele mit verfolgt?

 

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