„Eine andere Welt ist möglich“, Sozial- und Umweltforum Ostschweiz 2014 in St. Gallen

Am 24. Mai 2014 fand in St. Gallen das zehnte Mal das „Sozial- und Umweltforum Ostschweiz“ (SUFO) statt: „Eine andere Welt ist möglich“.  67 Workshops wurden am SUFO wurden durchgeführt, zu den unterschiedlichsten Themen. (Infos: www.sufo.ch)

„Wohin steuert Somalia“

Die Organisation Swisso Kalmo (www.swisso-kalmo.ch, englisch: www.swisso-kalmo.org) organisierte am Morgen den Workshop „Wohin steuert Somalia“. Swisso Kalmo, eine Organisation die vor allem Tuberkulosekranke betreut, wird heute von Nairobi aus geleitet, mit Stützpunkten in Somalia, in Mogadischu, Merka, Baidoa und Galgadud. Aufträge zur Betreuung von medizinischen Einrichtungen in Somalia erhält Swisso Kalmo von internationalen Hilfswerken und auch von UNO-Organisationen. Der somalische Arzt Dr. med. Abdi Hersi leitet Swisso Kalmo in Nairobi.

Swisso Kalmo wurde 1995, vor 19 Jahren von Magda Nur-Frei und Nur Scecdon Olad gegründet. Am SUFO in St. Gallen informierte Nur Scecdon Olad über die Arbeit und die Schwierigkeiten in den Ambulatorien und den Tuberkulosespitälern von Swisso Kalmo in Somalia. Besonders auch die immer noch prekäre politische Lage in Somalia kam am Workshop eingehend zur Sprache: Der Bürgerkrieg der seit 21 Jahren im Gange ist, die Not und das Elend der vielen somalischen Flüchtlinge in den angrenzenden Ländern Kenia und Äthiopien und der in Somalia intern Vertriebenen. Nur Scecdon Olad erzählte auch über seine Erfahrungen in der Stadt Merka mit den islamistischen Al Shabab Milizen, die Merka noch beherrscht hatten, als er dort mit seiner Frau Magda eine Klinik für Tuberkulosekranke geführt hatte.

„Das Geschäft mit dem Krieg“

Die Organisation Waffen vom Bodensee (www.waffenvombodensee.com) leitete mit einem Vertreter des Schweizerischen Friedensrates (www.friedensrat.ch) am Nachmittag den Workshop das „Das Geschäft mit dem Krieg“. Besonders die Rüstungsindustrie rund um den Bodensee war das Thema von Lothar Höfler aus Lindau (BRD). Er informierte akribisch genau welche Firmen am schönen, lieblichen Bodensee Waffen und Waffenteile herstellen und an welche kriegführenden Staaten und Diktaturen diese Geräte geliefert werden, mit dem Segen der deutschen Regierung. Er machte darauf aufmerksam, dass diese Rüstungsexporte weit entfernt vom Ferienland Bodensee jedes Jahr viele Tote und Verletze zur Folge haben. Lothar Höfler präsentierte in St. Gallen am SUFO also „eine etwas andere Heimatkunde: die todbringenden Zuflüsse zum Bodensee…, Die Rüstungsregion am Bodensee“.

Zur Sprache kam auch, dass Friedrichshafen am Bodensee im Zweiten Weltkrieg von den Alliierten vollständig dem Boden gleichgemacht wurde, weil dort grosse Rüstungsbetriebe angesiedelt waren. Heute beherbergt Friedrichshafen wieder grosse Todesfabriken. Das Geschäft mit Krieg in Friedrichshafen geht weiter…

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