David D’Albert – 10. September 1936 – 25. Januar 2013

Wir haben die traurige Nachricht erhalten, dass Dave D’Albert, Mitglied von IFOR und während vielen Jahren aktiv auf Schweizer, Europäischer und Internationaler Ebene, am Freitag, 25. Januar 2013, gestorben ist. Dave war seit einigen Jahren krank, doch starb er unerwartet, wie seine Frau Susi am Telefon sagte.

Wir sprechen Susi und der ganzen Familie von Dave unser herzliches Beileid aus, in Dankbarkeit für alles, was Dave getan hat für Frieden und Versöhnung und für die IFOR-Bewegung, die er mit viel Fürsorge “Fellowship” nannte.

Adresse der Trauerfamilie: Susanne Dalbert, Rünenbergerstrasse 6, 4460 Gelterkinden

Beisetzung im engsten Familien- und Freundeskreis

Trauergottesdienst in der Evangelisch-Methodistischen Kapelle am Freitag, 1. Februar 2013, 14:30 Uhr

Besammlung in der Kapelle, Turnhallenstr. 11, Gelterkinden

Im Sinne von David gedenke man bitte des Internationalen Versöhnungsbundes – Schweizer Zweig: IFOR Schweiz – MIR Suisse, Geschäftsstelle: Brue 4, 2613 Villeret

Postcheckkonto 80-26941-6 IBAN CH1809000000800269416

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Danke Dave!

Von Ueli Wildberger

Am Freitag, 25.Januar 2013 ist Dave d’Albert an seiner Krebserkrankung gestorben – mit fast 60 Jahren Mitgliedschaft wohl unser langjährigstes IFOR-Mitglied! Mit ihm verliert IFOR einen unermüdlichen und engagierten Mitdenker und Mitarbeiter, der sich – stets unterstützt und mitgetragen von seiner Frau Susanne – kompromisslos und unentwegt für seine pazifistischen Überzeugungen und aktive Gewaltfreiheit einsetzte. Ein schönes, ausführliches Porträt von ihm erschien in unserer Nonviolenz vom Dezember 2009.

1936 in England geboren, kam Dave 1954 mit Bernard Jinkin in Kontakt, und schloss sich der ‘Birmingham IFOR Youth Group’ an. Zwei Jahre später verweigerte er aus Glaubensgründen den Militärdienst, und musste dafür 2 Jahre Ersatzdienst auf einem Bauernhof leisten. Schon damals nahm er auch an Ostermärschen für nukleare Abrüstung in London teil.

Im Sommer 1962 lernte er als Volontär im Waldenserzentrum Agape im Piemont seine Frau Susi kennen. Beide liessen sich nach ihrer Heirat in deren Heimatkanton Baselland in Maisprach und später in Gelterkinden nieder. Als frischgebackener Schweizer wurde Dave erneut zur Armee aufgeboten, aufgrund seiner strikten Weigerung aber im waffenlosen Dienst eingeteilt. Bald füllte sich das Haus des jungen Paars mit 4 Kindern, und Dave erhielt die Möglichkeit, sich beruflich als Informatiker bei Remington Rand weiterzubilden. Dies kam in späteren Jahren auch IFOR zugut, half Dave doch tatkräftig mit beim Gestalten und Aufbau der Computerprogramme und der Archivierung.

Nach seiner Pensionierung fand Dave vermehrt Zeit, sich in der Friedensarbeit des IFOR zu engagieren: 17 Jahre lang war er im Vorstand tätig; mehrere Jahre führte er die Buchhaltung und war immer bereit, den MitarbeiterInnen mit seiner Erfahrung beratend zur Seite zu stehen.

Seit 2000 konzentrierte er sich zunehmend auf die internationale Arbeit: Angespornt durch die Krise im IFOR übernahm er die anspruchsvolle Leitung des Nominierungskomitees, um geeignete Leute für den internationalen Vorstand zu gewinnen, und konnte 2002 am Council Jonathan Sisson als IFOR-Präsidenten portieren. Auch 2006 in Japan leitete Dave umsichtig das Nominierungskomitee bei den vielen, manchmal aufreibenden personellen Gesprächen und Abklärungen. Regelmässig nahm er als Schweizer Delegierter an den Europa-Treffen teil. 2010 lud er die EUFOR-Delegierten zum Jahrestreffen auf dem Leuenberg ein.

Die spirituelle Ausrichtung von IFOR war Dave ein grosses Anliegen. Aufgewachsen in einer methodistischen Familie, engagierte er sich früh in der Youth Missionary Association in England. Im Internationalen Versöhnungsbund setzte er sich sowohl für die interreligiöse Dimension ein, als auch für Verankerung der Friedensarbeit im befreienden Glauben an Christus. So sammelte er in den letzten Jahren Biographien von bedeutenden ‘spirituellen Vorbildern’ im IFOR. Im IFOR-Schweiz war ihm wichtig, dass neben den Trainings, den gewaltfreien Aktionen und organisatorischen Fragen IFOR als spirituelle Gemeinschaft und Familie nicht zu kurz kam. Dazu gehörte auch das Entscheiden im Konsens, der mit dem Vetorecht jeden einzelnen Menschen respektiert. Und er achtete darauf, dass die menschlichen Beziehungen und spirituellen Wurzeln gepflegt wurden, sei es mit kurzen Besinnungen, beim gemütlichem Austausch oder beim Wandern und zusammen Feiern. Auch in Gelterkinden war er in der Kirche aktiv und brachte im Rahmen der Regionalgruppe Kaleidoskop viele aktuelle soziale und politische Herausforderungen ein. Ein paar Mal lud er uns auch zu sich ein, wo wir seinen Garten, und besonders seine Leidenschaft für die prächtigen Chrysanthemen bewundern durften.

Mit seinem trockenem Humor, seinem englisch gefärbten Baseldytsch, seinem ausgeglichenen, freundlichen und zurückhaltenden Wesen, seiner geliebten Pfeife und seinem unermüdlichen Engagement wird uns Dave in bester Erinnerung bleiben. Danke für alles, was Du zum Frieden in der Welt, zu unserem gegenseitig bereichernden Zusammenarbeiten und zum Gedeihen von IFOR beigetragen hast, Dave!

 

 

 

 

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