Das schweizerische „Erfolgsmodell“ heute: Millionen für die Manager und Hungerlöhne für die armen Leute

Schweizer Gewerkschaften fordern:

Lohn muss Lebenshaltungskosten decken

In der Schweiz findet am 18. Mai eine Volksabstimmung statt, zur Mindestlohninitiative der Gewerkschaften. Diese Initiative verlangt einen Mindestlohn von 4000 Franken im Monat bei 42 Stunden Wochenarbeitszeit. Dies entspricht einem Stundenlohn von mindestens 22 Franken. Das Ziel dieser Initiative ist: „Auch in der teuren Schweiz müssten mit den Löhnen die Lebenshaltungskosten gedeckt werden“. (1) http://www.mindestlohn-initiative.ch/

 Tieflöhne in der Schweiz werden von den Steuerzahlern subventioniert

Viele Sozialhilfeempfänger in der Schweiz haben zwar einen Job, sind jedoch wegen Tieflöhnen zusätzlich noch auf Sozialhilfe angewiesen. So müssen die Steuerzahlenden die Tieflöhne oft via Sozialhilfe subventionieren. Die Subventionierung von Tieflöhnen ist unhaltbar, weil sie diejenigen Arbeitgeber benachteiligt, welche heute schon faire Löhne bezahlen.

Lohnexzesse in der Schweiz

Auf der anderen Seite gehen die Lohnexzesse in der Schweiz weiter: Der Bankchef der Credit Suisse, Brady Dougan, verdiente im letzten Jahr 9,8 Millionen Franken und damit 2 Millionen mehr als 2012. Im Vergleich zum Vorjahr erhält er so einen Viertel mehr Lohn und sogar 75 Prozent mehr als vor zwei Jahren. Im Schnitt verdienten die Chefs von 15 der grössten Schweizer Unternehmen im vergangenen Jahr 6,5 Millionen Franken. Mit 6,5 Millionen könnten 135 Minimallöhne von 4‘000 Franken im Monat bezahlt werden.

Der UBS-Bankchef Sergio Ermotti erhielt für das vergangene Jahr – Boni und andere Lohnbestandteile mit eingerechnet – 10,7 Millionen Schweizer Franken. Bei ihm betrug das Plus zum vorderen Jahr damit rund 1,8 Millionen.

An der Spitze der Rangliste der bestbezahlten Firmenchefs steht Novartis-Chef Joseph Jimenez. Er erhielt 2013 Lohn und Bonus im Wert von 13,2 Mio CHF. Auch der zweite Platz wird von der Pharmaindustrie belegt: Roche-Chef Severin Schwan kassierte 11,9 Mio CHF.

(2) http://www.cash.ch/news/alle/creditsuissechef_brady_dougan_ist_fuenftbestbezahlter_firmenchef-3190648-448

Die gleichen Kreise die sich diese hohen Gagen im Millionenhöhe genehmigen, sind jedoch dafür bei den ärmsten Einkommensschichten weiter zu sparen: Sie sind gegen die Mindestlohninitiative. Sie sind gegen einen Lohn mit dem auch eine Familie mit Kindern leben kann.

Tiefe Löhne, auch im Alter Armut

Die tiefen Löhne in vielen Sektoren der Schweizer Wirtschaft führen dazu, dass im Alter Ergänzungsleistungen beansprucht werden müssen. Im Jahr 2012 hatte es in der Schweiz 295‘000 Bezügerinnen und Bezüger von Ergänzungsleistungen. Seither ist diese Zahl noch angestiegen. Das bedeutet, dass diese Personen mit ihren Renten ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten können. In diesen Zahlen nicht inbegriffen sind Personen, welche – aus Stolz oder aus Scham – nie ein  Gesuch für Ergänzungsleistungen gestellt haben und deshalb an oder unter der Armutsgrenze leben. – In der Schweiz besteht ein gesetzlicher Anspruch auf Ergänzungsleisten zur AHV, zur Alters und Hinterbliebenen Versicherung.

25 Prozent der über 65-jährigen sind in der Schweiz arm

In den 35 OECD-Ländern (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) sind von den über 65-jährigen im Durchschnitt 12,8 Prozent arm. In der Schweiz sind es 25 Prozent. Gründe dafür sind meistens (zu) kleine Einkommen. Davon betroffen sind insbesondere Frauen, welche für ihre Arbeit weniger Lohn erhielten, ihnen bleibt deshalb auch im Alter ein existenzsicherndes Einkommen verwehrt.

„Nur Löhne, von denen man anständig leben kann ermöglichen Renten welche ein würdiges Leben im Alter erlauben, schreibt der die Vereinigung aktiver Senioren- und Selbsthilfeorganisationen der Schweiz“.

Bild:

H. U. Steger: Der Milliardär Christoph Blocher der auch mit Waffengeschäften seiner Firma Patvag reich geworden ist, mit der Produktion von Minenzündern.

http://www.vasos.ch/cms/fileadmin/download_d/2014/Ja_zur_Mindestlohninitiative.pdf

Heinrich Frei

(1)  http://www.mindestlohn-initiative.ch/

(2)  http://www.cash.ch/news/alle/creditsuissechef_brady_dougan_ist_fuenftbestbezahlter_firmenchef-3190648-448

(3)  http://www.vasos.ch/cms/fileadmin/download_d/2014/Ja_zur_Mindestlohninitiative.pdf

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