100 Jahre Frauen Friedenskonferenz

– eine bereichernde, inspirierende Tagung!

von Barbara Jost

Am 12. Mai 1919 fanden sich 150 Frauen aus 16 Nationen im Zürcher Glockenhof zur zweiten Frauenkonferenz, organisiert durch die internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit (heute WILPF).  Weil Frankreich die deutschen Teilnehmerinnen nicht hätte einreisen lassen, organisierte Clara Ragaz, Präsidentin der Schweizer Delegation, die Konferenz in Zürich.

Am Samstag 11. Mai 2019 trafen sich im Zürcher Glockenhof rund 150 Frauen aus 22 Nationen. Was für ein Bild! Am Morgen wurde die Konferenz von 1919 nachgestellt und nachgespielt, die Bühne historisch korrekt geschmückt und die Frauen in historischen Kleidern. Clara Ragaz wird gespielt von ihrer Urenkelin. Was bald klar wird: Einige der Forderungen, von damals, die vorgetragen werden, sind heute erfüllt. Andere haben nicht an Aktualität verloren, wie zum Beispiel die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit. 

Am Nachmittag zum Abschluss der Tagung zeigt sich das Bild heute: Junge Frauen tragen ihre Forderungen vor. Eine gelungene Konferenz, die es geschafft hat, Brücken zu bauen, Frauen zu vernetzen, Friedensorganisationen gemeinsam sprechen zu lassen und heutige Forderungen zu formulieren. 

Am Round Table Gespräch, welches von IFOR MIR (Barbara Jost) geleitet wurde suchten 10 Frauen aus der Schweiz, Grossbritannien und dem Libanon nach dem neuen Schwung für die Friedensbewegung. Es war ein schwungvolles, energiegeladenes, bewegtes Gespräch, aus dem folgende Forderungen notiert wurden:

 Friedensdepartement statt VBS

 Kein Geld für Waffen – wir brauchen das Geld für Nahrung, Bildung, Klima

 Waffenproduktion stoppen

 Geld auf Banken, die kein Geld in Waffenproduktion investieren

 NO hate speech

 Transparenz! Gesetzlich verankerte Pflicht zur Offenlegenung (Zum Beispiel die Investitionen der Nationalbank in Waffenproduktion, aber auch institutioneller Machtstrukturen)

 Wissenschaft für den Frieden fördern, Forschung und Lehrstühle an den Unis und 

 Friedensbildung an den Schulen

 Pensionskassen dürfen nicht in Gewalt und Konflikte investieren (Waffen, Öl, …)

 Psychologische (nicht nur medizinische) Betreuung für Geflüchtete 

Die wichtigsten Forderungen konnten dem Plenum vorgetragen werden und wurden mit Applaus bestärkt. 

Der Friedensstab der Schweizer Friedensorganisationen konnte dem Verein Friedenskraft überreicht werden. Wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten runden Tisch!

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